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Maskenpflicht ab 27. April: Das müssen Sie wissen
Ab kommendem Montag,27.04.2020 gilt in Geschäften und im Nahverkehr eine Maskenpflicht.

Fragen und Antworten
Ab wann und wo gilt die Maskenpflicht?
In ganz Bayern gilt ab dem kommenden Montag (27. April) bis auf weiteres eine Maskenpflicht für Kunden und Personal in Geschäften, Einkaufszentren und Kaufhäusern sowie in Bussen und Bahnen des öffentlichen Nahverkehrs – auch schon an Bahnsteigen und Bus- oder Tramhaltestellen. Laut dem Staatsministerium für Gesundheit und Pflege gilt diese Pflicht auch im Regionalverkehr, jedoch nicht im Fernverkehr. Außerdem gilt die Maskenpflicht in Taxis und bei Fahrten im Mietwagen mit Chauffeur. (Die Fahrer von Bussen, Trams etc. sind von der Maskenpflicht ausgenommen.)

Ab wie viel Jahren gilt die Maskenpflicht?
Die Maskenpflicht in Geschäften und in Bussen und Bahnen gilt für Kinder ab ihrem sechsten Geburtstag. Jüngere Kinder müssen also keine Maske tragen. Und: Kleinkinder unter einem Jahr sollten sogar keine Alltags-Maske tragen. Sie könnten dadurch gefährdet werden.

Warum muss ich eine Maske tragen?
Mit einer Alltags-Maske soll die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Coronavirus in der Bevölkerung verlangsamt werden. Dabei geht es primär nicht um den eigenen Schutz, sondern darum, andere Menschen zu schützen. Wobei man durch die Vorsichtsmaßnahmen der anderen auch selbst profitieren kann. Alltags-Masken schützen vor allem die Umstehenden vor den festen oder flüssigen Partikeln, die der Maskenträger beim Husten, Niesen oder Sprechen ausstößt. Aber Vorsicht: Die Masken bieten keinen vollständigen Eigen- oder Fremdschutz. Trotz Maske hat die Abstandsregelung (mindestens 1,5 Meter) zu anderen Personen Priorität. Außerdem müssen Husten- und Niesetikette sowie die Händehygiene weiter eingehalten werden.

Welche Maske muss ich tragen?
Bei den Masken der Zivilbevölkerung geht es um Alltags-Masken. Das sind Masken, die aus handelsüblichen Stoffen genäht werden können. Es müssen keine medizinischen Mundschutze sein und auch keine FFP2/FFP3-Masken.

Aus welchem Material sollte die Alltagsmaske sein?
Der Stoff für Alltags-Masken sollte laut dem bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege möglichst dicht sein und aus 100 Prozent Baumwolle bestehen. Was andere Materialien angeht, beruft sich das Ministerium auf das Robert-Koch-Institut: "Laut RKI entsprechen kommerziell und privat hergestellte Mund-Nasen-Bedeckungen aus handelsüblichen, eng gewebten Baumwollstoffen in ihrer Funktionsweise am ehesten einem Mund-Nasen-Schutz. Andere Materialien wie z.B. Staubsaugerbeutel oder Karton sind nicht geeignet." Baumwolle könne zudem bei hohen Temperaturen gewaschen werden. Weitere Informationen finden sich auch auf der Seite des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).

Wo kann man eine Maske kaufen?
Mittlerweile gibt es in vielen Geschäften Masken. Ob Supermärkte, Apotheken und der Sanitätshandel die hohe Nachfrage mit ihren Produkten decken können, ist allerdings fraglich. Auch Online-Versandhändler bieten Masken an (mitunter zu sehr hohen Preisen), zunehmend steigen auch Schneidereien in das Geschäft ein. Außerdem finden sich in sozialen Netzwerken zahlreiche weitere Annoncen - und gute Anleitungen zur Eigenproduktion.

Kann man eine Alltags-Maske auch selbst machen?
Jeder kann sich eine Alltags-Maske selbst nähen. Der Stoff sollte laut Gesundheitsministerium möglichst dicht sein und aus 100 Prozent Baumwolle bestehen (siehe Frage zum Material). Natürlich muss die Maske groß genug sein, damit sie Mund, Nase und Wangen vollständig bedeckt. Zugleich sollte sie möglichst eng anliegen.

Muss der Arbeitgeber Masken stellen, wenn ich sie im Beruf tragen soll?
Ja. Die Ladeninhaber sind verpflichtet ein Schutz- und Hygienekonzept mit Gefährdungsbeurteilung vorlegen; dazu gehört neben Abstandsgeboten, Zugangsbeschränkungen und weiteren Hygienemaßnahmen auch, dass vom Betrieb selbst ein der jeweiligen Gefährdungssituation angemessener Mund-Nasen-Schutz bereitgestellt wird, wie das bayerische Gesundheitsministerium mitgeteilt hat. Ladenbetreiber, die nicht sicherstellen, dass ihr Personal eine Mund-Nasen-Bedeckung trägt, drohen bis zu 5.000 Euro Geldbuße.

Müssen Geschäfte oder ÖPNV-Betreiber kostenlose Masken anbieten?
Laut dem bayrischen Gesundheitsministerium ist eine kostenlose Ausgabe von Masken nicht zwingend vorgeschrieben, kann aber zum Beispiel durch Supermarktbetreiber freiwillig erfolgen. In Geschäften sind laut Innen- und Gesundheitsministerium die Ladenbetreiber als Hausrechtsinhaber gefordert, dafür zu sorgen, dass Schutz- und Hygienekonzepte erstellt werden. Schon jetzt nutzen viele Läden spezielles Sicherheitspersonal zur Einhaltung der Schutzmaßnahmen und Hygienevorschriften. "Wenn alle Appelle der Ladenbetreiber an uneinsichtige Kunden nichts nutzen, kann auch die Polizei einschreiten", so Innenminister Joachim Herrmann in einer Pressemitteilung.

Wie verwendet man die Alltags-Maske richtig?
Wenn man die Maske anzieht, sollte man darauf achten, dass die Innenseite nicht berührt oder verunreinigt wird. Vor dem Anlegen der Maske sollte man sich also die Hände gründlich mit Seife waschen. Die Alltags-Maske muss richtig über Mund, Nase und Wangen platziert sein und an den Rändern möglichst eng anliegen. Sobald sie durch den Atem, Schweiß oder durch sonstige Gründe feucht geworden ist, muss sie gewechselt und durch eine frische Maske ersetzt werden. Während man die Maske trägt, sollte man nicht daran herumnesteln und die Hände – wie auch ohne Maske – nicht ins Gesicht bringen. Länger als drei bis vier Stunden sollte man eine Maske nicht tragen. Danach sollte man sie durch eine frische ersetzen. Beim Ablegen sollte man die Außenseite nicht berühren, da sich dort Erreger befinden könnten.

Zählen auch Schals und Tücher als Masken?
Ja. Schals und Tücher sind ausreichend, wenn der Stoff dicht ist und das Material aus 100 Prozent Baumwolle besteht. Was als Schutz getragen wird, muss nach dem Tragen beziehungsweise bei Durchfeuchtung bei 60 bis 90 Grad mit ausreichend Waschmittel gewaschen werden (je nach körperlicher Aktivität aber in der Regel spätestens nach drei bis vier Stunden Tragedauer).

Welche Bußgelder drohen?
Das bayerische Innen- und das Gesundheitsministerium haben die Bußgelder für Verstöße gegen die Maskenpflicht beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr festgelegt. Es drohen Strafen zwischen 150 und 5.000 Euro.

Gibt es eine Maskenpflicht an Schulen?
Nein. An den Schulen werden Kultusminister Michael Piazolo zufolge bewusst Bedingungen geschaffen, dass der nötige Abstand eingehalten werden kann. Masken seien in den Schulen zwar in ganz bestimmten Situationen angemessen. Ein Unterricht mit Masken sei aber kaum durchführbar. Laut Piazolo soll den Schülern eine Maske zur Verfügung gestellt werden, sofern sie keine haben. Daran werde derzeit gearbeitet (Stand: 22.04.2020, 11.00 Uhr)

Ist es gefährlich eine Maske zu tragen?
Einen Mundschutz zu tragen hilft – es macht nicht krank und außer für Menschen mit sehr schweren Atemwegserkrankungen ist es auch nicht problematisch. Jene Patienten sollten aber ohnehin in Isolation bleiben, bis es einen Impfstoff gibt. Es ist auch nicht nachgewiesen, dass Masken zu tragen für Kinder gefährlich ist. Bei sehr langer Tragezeit kann eine Maske in vereinzelten Fällen müde machen, weil sich die CO2-Konzentration unter der Maske erhöht. Bei der Wahl des Mundschutzes sollte man darauf achten, dass man nicht auf Stoffe allergisch ist, die in dieser enthalten sind. Empfohlen wird Baumwolle.

Kollidiert die Maskenpflicht mit dem Vermummungsverbot?
Nein. Laut dem bayerischen Innenministerium kollidiert "das freiwillige oder behördlich beauflagte Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung nicht mit dem versammlungsrechtlichen Vermummungsverbot nach Art. 16 des Bayerischen Versammlungsgesetzes (BayVersG)." Gemäß Art. 16 Abs. 2 BayVersG ist es verboten, im Zusammenhang mit Versammlungen oder sonstigen öffentlichen Veranstaltungen unter freiem Himmel in einer Aufmachung teilzunehmen oder Gegenstände mit sich zu führen, die geeignet und den Umständen nach darauf gerichtet sind, die Feststellung der Identität zu verhindern. Erfolgt das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen in Zusammenhang mit den genannten Veranstaltungen, um sich selbst und andere vor den Gefahren einer Infektion mit dem Corona-Virus zu schützen, ist das Verhalten nicht darauf gerichtet, die eigene Identität zu verschleiern.

Wie sollen Gehörlose mit der Maskenpflicht umgehen?
Die Pflicht, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, gilt laut dem bayerischen Gesundheitsministerium für alle gleich, soweit dies nicht aus zum Beispiel medizinischen Gründen unmöglich ist. Innerhalb von Geschäften, sowie im ÖPNV ist es laut Ministerium nicht erlaubt, den Mund während der Kommunikation mit Gehörlosen offenzulegen.

Gilt die Maskenpflicht auch für Menschen mit geistiger Behinderung?
Laut dem Gesundheitsministerium gilt die Pflicht zum Tragen einer Maske auch für Menschen, die geistig beeinträchtigt sind.

br24

Links zu dem Winter-Cross Impressionen des MAIN-ECHOs:
1.Lauf am vom 03.11.2019
2.Lauf am vom 10.11.2019
3.Lauf am vom 17.11.2019
4.Lauf am vom 24.11.2019
5.Lauf am vom 01.12.2019
6.Lauf am vom 08.11.2019
7.Lauf am vom 05.01.2020
8.Lauf am vom 12.01.2020
9.Lauf am vom 19.01.2020